Gebäudeansicht der ASB-Kreisgeschäftsstelle in Rehburg-Loccum an der Nienburger Straße 40
ASB-Kältehilfe-Aktion 2023

Schlafsäcke, Hygienesets und eine ärztliche Sprechstunde für wohnungslose Frauen in Nienburg

12.01.2023 // Auch 2023 setzt sich der ASB mit seiner bundesweiten Kältehilfeaktion wieder für wohnungslose Menschen ein. Mit dabei ist der Kreisverband Nienburg. Wie schon in den Jahren zuvor überreichten die Samariter aus Rehburg am gestrigen Mittwoch Kältehilfesets an die Ambulante Wohnungslosenhilfe der Diakonie in Nienburg. Besonders in diesem Jahr waren die Angebote für wohnungslose Frauen: Spezielle Hygienesets und eine unverbindliche ärztliche Sprechstunde.

ASB Kältehilfe-Aktion 2023 Gruppenaufnahme Sylvia Finkelmann Susanne Leins, Pia Thijsen, Anke Diekmann

„Obdachlosigkeit ist im ländlichen Raum viel weniger öffentlich sichtbar, was aber nicht heißt, dass es keine wohnungslosen Menschen gibt.“ Das weiß unsere Pressesprecherin Anke Diekmann aus den vielen Gesprächen, die sie in den letzten Jahren mit den Mitarbeitern der Ambulanten Wohnungslosenhilfe der Diakonie in Nienburg geführt hat. Diekmann organisiert seit 2018 die Beteiligung des ASB-Kreisverbandes Nienburg an den bundesweiten Kältehilfeaktionen des ASB Deutschland und hat seitdem bereits rund 130 Kältehilfesets übergeben. In diesem Jahr waren es 20 Schlafsäcke mit je einem Hygieneset, darunter erstmalig auch spezielle Hygieneartikel für Frauen.

Frauen im Fokus / Hohe Dunkelziffer bei wohnungslosen Frauen

„Das war der Auslöser für uns, einmal die besondere Situation von Frauen ohne festen Wohnsitz in den Fokus zu rücken“, erzählt Diekmann.

Eine Idee, die bei Susanne Leins und ihrer Kollegin Pia Thijsen von der Wohnungslosenhilfe begeistert aufgenommen wurde. „Wohnungslose Frauen treten im öffentlichen Leben noch weniger in Erscheinung als obdachlose Männer und deshalb ist die Dunkelziffer hier ganz sicher sehr hoch“, erklärt Susanne Leins. Die Damen schlüpfen zumeist mit ständigem Wechsel bei Verwandten, Freunden oder Bekannten unter. Manchmal sind es auch Frauen mit Kindern, verrät sie.

Die Gründe für die Wohnungslosigkeit sind schwierige oder gescheiterte Beziehungen, psychische Probleme, Gewalt und oft auch Drogen und Alkohol. Damit einher gehen der Verlust von Arbeit und Wohnraum.

Mittwochvormittag ist den Frauen vorbehalten / Ärztliche Sprechstunde angeboten

Der Mittwochvormittag ist seit dem Umzug der Wohnungslosenhilfe in die neuen Räume an der Langen Straße den Frauen vorbehalten. „Dann kommen die Männer nicht rein und die Frauen können mal raus aus ihrem schwierigen Alltag, der oft mit Gewalt zu tun hat“, erklärt Susanne Leins. Vier bis fünf Frauen nutzen jede Woche dieses Angebot unter sich sein zu können, sich auszutauschen, in Ruhe zu Duschen, zu kochen oder am PC-Arbeitsplatz Schriftverkehr zu erledigen.

„Wir sind sehr froh, dass wir diesen – wenn auch zeitlich begrenzten – Schutzraum nach der schwierigen Corona-Zeit wieder anbieten können“, so Leins. Während der Pandemie mussten die Anliegen im Schnellverfahren an der Tür abgewickelt werden. Das sei für beide Seiten nicht angenehm gewesen. „Jetzt können wir den Frauentag noch weiter vorantreiben und ausweiten“, freut sich auch Pia Thijsen.

Dazu passte das besondere Angebot von unserer Verbandsärztin Sylvia Finkelmann an diesem Mittwoch: Eine unverbindliche ärztliche Sprechstunde. Obgleich Susanne Leins und ihr Team die Frauen schon im Vorfeld darüber informiert hatten, nutzt am Ende nur eine Frau diese Möglichkeit. Für Sylvia Finkelmann war das aber kein Problem: „Ich komme gerne wieder, wenn Bedarf besteht – natürlich auch für die Männer“, bot sie an.

Das gleiche gilt für Anke Diekmann und ihre Begleitung Louisa Grobecker, Assistentin unserer Geschäftsführung. „Der diesjährige Winter stellt uns bisher zwar noch nicht so massiv vor das Problem extremer Minusgrade, dafür sehen wir uns aber mit den Herausforderungen konfrontiert, die der Krieg in der Ukraine, die Energiekrise, Inflation und die Pandemie mitbringen und die bekommen ganz sicher auch oder vielleicht ganz besonders Menschen ohne festen Wohnsitz zu spüren“, meint die Pressesprecherin.
So gäbe es weniger warme Plätze zum Verweilen, durch die Teuerung müssen Abstriche bei Produkten des täglichen Bedarfs von Nahrungsmitteln bis hin zu Hygieneprodukten gemacht werden, die Ressourcen des ohnehin nur wenig verfügbaren bezahlbaren Wohnraums werden immer geringer und noch dazu sehen Experten bereits jetzt die Gefahr, dass die Obdachlosigkeit noch weiter zunehmen könnte.

Kältehilfe ist uns wichtig

„Die Kältehilfeaktion ist uns ein wichtiges Anliegen und ganz besonders in Zusammenarbeit mit der Ambulanten Wohnungslosenhilfe der Diakonie, weil wir so sicher wissen, dass die Hilfe da ankommt, wo sie wirklich gebraucht, wird“, so Diekmann. Die Kosten für die Sets werden je zur Hälfte vom ASB Deutschland und vom ASB-Kreisverband selbst getragen.

Wer uns bei unserem Einsatz für die Menschen ohne festen Wohnsitz in unserer Nachbarschaft unterstützen möchte, kann mit dem Stichwort „ASBKältehilfe“ eine zweckgebundene Spende senden.

Die Ambulante Wohnungslosenhilfe hingegen freut sich über personelle Unterstützung. „Uns fehlt vor allem noch ein männlicher Sozialarbeiter“, so Susanne Leins.

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Anke Diekmann

Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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