Notfallkarte kann Leben retten

Seniorenbeirat Rehburg-Loccum und ASB geben kostenlose Exemplare heraus.

Zufrieden: (v.l.n.r.) Bürgermeister Martin Franke, Gabriele Stolper vom Seniorenbeirat und Matthias Henze vom ASB halten die druckfrischen Notfallkarten in der Hand.
Foto: ASB/A. Diekmann

Rehburg.\\ Die Rufnummer einer Vertrauensperson, Grunderkrankungen, Vorliegen einer Patientenverfügung – in einem Notfall kann wichtig sein, dass solche Daten schnell zur Verfügung stehen.

Eine Notfallkarte, in die alle wichtigen medizinischen Informationen eingetragen werden können sowie ein auffälliger Aufkleber, der auf das Vorhandensein sowie den Aufbewahrungsort der Notfallkarte hinweist und an einem gut sichtbaren Ort in der Wohnung aufgeklebt werden kann, soll dies in und um Rehburg-Loccum zukünftig begünstigen.

Schnellere Informationen im Notfall

„Wenn man im Ernstfall die Krankengeschichte, Medikamente oder Besonderheiten wie Herzschrittmacher oder Diabetes erst recherchieren muss, verliert man oft wertvolle Zeit.", erklärt Rettungssanitäter Matthias Henze. Der Fahrdienstleiter, Erste-Hilfe-Ausbilder, Kunden- und Menüberater lässt es sich trotz seiner sehr eingeschränkten Zeit nicht nehmen, bisweilen selbst auf den Rettungswagen zu steigen und weiß wovon er spricht.

Henze erinnert er sich an Einsätze, die für den Patienten vielleicht vorteilhafter hätten ausgehen können, hätte es bestimmte Hinweise einfach schneller gegeben.

Martin Franke: "Wichtiger Impuls für Rehburg-Loccum

Um solche Situationen in und um Rehburg-Loccum demnächst weitestgehend zu vermeiden, wurde die Notfallkarte mit zugehörigem Hinweisaufkleber ins Leben gerufen. Die Initiative des Seniorenbeirates der Stadt stieß nicht nur beim ASB sofort auf offene Ohren, sondern auch bei Bürgermeister Martin Franke: „Die Notfallkarte ist ein wirklich wertvoller Impuls für unsere Stadt und kann im Notfall Leben retten."

Abgekupfert aber Auszgezeichnet.

Gabriele Stolper vom Seniorenbeirat räumt ein: „Die Idee ist nicht neu." Rehburg-Loccum folge dem guten Beispiel vieler anderer Städte. „Aber die Idee ist so gut, dass es sich sehr lohnt, sie zu übernehmen und wir freuen uns umso mehr, dass wir mit dem ASB einen so kompetenten Partner für das Projekt begeistern konnten", freut sie sich.

Überarbeitet vom Fachpersonal

Unter Mitwirkung des ASB-Rettungsdienstpersonals und Verbandsärztin Sylvia Finkelmann wurden die für Ersthelfer, Rettungsdienst, Notarzt und Krankenhaus wesentlichsten Erstinformationen zusammengestellt, um eine gute Behandlung einzuleiten. Damit richtet sich die Notfallkarte längst nicht mehr nur an Alleinlebende oder Senioren.

„Wenn Patienten nicht sprechen können und Angehörige abwesend sind oder unter Schock stehen, müssen wir auf die kostbaren Auskünfte verzichten", erzählt Sylvia Finkelmann. Und diese Situation sei gar nicht so selten, wie man erst einmal annimmt, meint sie.

Kostenlos erhältlich auf der Wirtschaftsschau in Rehburg-Loccum

Auf der Wirtschaftsschau in Rehburg am 18. und 19. März 2017 wird die Notfallkarte zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Dort ist sie gemeinsam mit dem zugehörigen Hinweisaufkleber sowohl am Stand des Seniorenbeirates als auch beim ASB kostenlos erhältlich. Mitglieder des Seniorenbeirates und Mitarbeiter des ASB sind dann auch gleich beim Ausfüllen behilflich.

„Es ist uns sehr wichtig, dass die Notfallkarten nicht einfach in der Tasche verschwinden und letztlich im Abfall landen", begründet Gabriele Stolper dieses Angebot.

Aktualisierung empfohlen

Schließlich empfiehlt der ASB die Notfallkarte regelmäßig zu aktualisieren und auch dem Hausarzt zur Vervollständigung oder Korrektur gelegentlich vorzulegen.

Nach der Gewerbeschau ist die Karte dann beim ASB oder auch bei der Stadt Rehburg-Loccum erhältlich.