Lob vom Landrat und Ehrenamtlicher bedankt sich bei seinem Lebensretter

Emontionale ASB-Kreisverbandsversammlung

Rehburg. \\ Viel Anerkennung, ein Kooperationsangebot des Landkreises Nienburg, einen ausführlichen Jahresrückblick mit Film und Fotos sowie ein überraschendes und sehr emotionales Ende – so verlief der Spannungsbogen der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes des Arbeitersamariter-Bundes in Rehburg.

Vom Helfer zum Patienten

Beim Tagesordnungspunkt „Verschiedenes" trat für alle Anwesenden völlig überraschend der ASB-Ehrenamtliche Mayk Viermann von der Schnell-Einsatz-Gruppe an das Rednerpult und begann: „Ich mag vielleicht nicht so aussehen, aber ich bin heute 21 Wochen alt und das verdanke ich einem ganz besonderen Menschen: unserem Kollegen Torben Mokwa aus der Rettung."

Viermann bat Rettungsassistent Mokwa nach vorn und erzählte, wie er sich vor rund fünf Monaten auf dem Heimweg von seinem Klinik-Praktikum, das er für seine ehrenamtliche Ausbildung als Rettungssanitäter absolvierte, plötzlich sehr schlecht fühlte und unglaubliche Schmerzen im Brustbereich verspürte.

Aufgrund seiner medizinischen Ausbildung sei ihm unvermittelt klar gewesen, dass das keine guten Zeichen waren. Ohne zu Zögern änderte Viermann seine Route und steuerte die etwa zwölf Kilometer entfernte Notarztwache in Stolzenau an. „Wie genau ich dann dorthin gekommen bin, weiß ich heute nicht mehr."

An der Tür zur Wache traf er auf den diensthabenden Mokwa, der sofort erkannte, dass mit seinem Kollegen ernsthaft etwas nicht stimmte. Sofort leitete er alle notwendigen Maßnahmen ein.

Das Letzte woran sichViermann, inzwischen schon mit dem Rettungswagen auf dem Weg ins Krankenhaus Nienburg, nach eigenen Angaben noch erinnert, ist, dass er über das Handy des Notarztes kurz mit seiner Mutter zu Hause sprechen konnte. „Dann wirkten wohl die Medikamente." Nach einer Akutversorgung in der Helios-Klinik in Nienburg wurde Viermann ins Herzkatheter-Labor verlegt, wo er sogar reanimationspflichtig wurde.

„Heute habe ich mehrere Stands, aber ich fühle mich nach der Rea wieder gut und bin unglaublich dankbar, dass alles so gelaufen ist, wie es gelaufen ist." Es sei ihm bewusst geworden, wie schnell man von der Seite des Helfers auf die Seite des Patienten wechseln könne, meinte er. „Und dann weißt Du, was wirklich wichtig ist im Leben."

Zum Abschluss überreichte Viermann seinem Lebensretter einen Gutschein für eine Fahrt mit einem Heißluftballon: „Ich weiß, dass Du fliegen magst, und da kannst Du Dir den schönen Landkreis mal aus der Luft ansehen." Viermann beendete seine Ausführungen mit einem leisen „Ich fand, ihr solltet das wissen."

Mokwa ergriff ebenfalls das Wort: „Ich wollte nie in die Situation geraten, einmal jemanden retten zu müssen, den ich gut kenne und ich bin sehr froh über diesen Ausgang." Wenige Wochen zuvor habe er einen Einsatz gehabt, der nicht so gut ausgegangen sei, erzählt er, „da stellt man manchmal Vieles in Frage". Viermanns Notfall habe ihn aber dann wieder darin bestätigt, dass es richtig ist, was er tut: „Wir haben uns praktisch gegenseitig geholfen", so der Rettungsassistent.

Landrat lobt und bietet Zusammenarbeit bei Notfallkarten an.

Rund 50 Mitglieder und Gäste waren der Einladung der Samariter in den Rehburger „Raths-Keller" gefolgt. Eva Schlaugat aus dem Vorstand des ASB-Landesverbandes ging auf den Fachkräftemangel in der Pflege ein, dem der Landesverband mit entgegenwirken wolle.

Landrat Detlev Kohlmeier zeigte sich beeindruckt von der kurzfristigen Umsetzung der Flüchtlingseinrichtung im ehemaligen Offizierskasino. Weiterhin hob er die insgesamt „sehr gute, intensive und kooperative Zusammenarbeit" hervor. Eine besondere Überraschung für die Samariter war das Angebot des Landrats, die Notfallkarten, die der ASB unlängst auf Initiative des Seniorenbeirates der Stadt Rehburg-Loccum veröffentlicht hatte (wir berichteten), in größerer Auflage kreisweit zu verbreiten.

Der Fraktionsvorsitzende der Kreis-CDU, Karsten Heineking, zeigte sich erfreut darüber, dass der Rettungsdienst nach der Ausschreibung in großen Teilen des Landkreises durch den ASB weitergeführt wird. Sein SPD-Kollege Gerd Linderkamp bestärkte dies: „Der ASB etabliert sich mit seiner breiten Angebotspalette in der Spitzengruppe."