Erste-Hilfe-Ausbildung hat jetzt hauptamtliche Unterstützung

Ein Lehrgang an jedem zweiten Tag ist ehrenamtlich nicht mehr zu schaffen.

Landkreis. \\ Seit Anfang des Monats hat die Erste Hilfe und Notfallausbildung des ASB eine hauptamtliche Kraft. Bea Lustfeld, die zuvor in der Ambulanten Pflege gearbeitet hat, entlastet zukünftig in Teilzeit das ehrenamtliche Ausbilderteam. Die gelernte Heilerziehungspflegerin freut sich auf die neue Herausforderung.

Statistisch jeden zweiten Tag ein Lehrgang.

„Wir haben im vergangenen Jahr 1900 Teilnehmer in rund 160 Lehrgängen in Erster Hilfe aus- und fortgebildet. Das ist rein ehrenamtlich kaum noch zu schaffen", erzählt Rettungsassistent Patrick Frauenreuther, der die Abteilung seit Anfang 2016 koordiniert. Zwar profitiere der ASB davon, dass viele Rettungsdienstmitarbeiter auch Erste-Hilfe-Ausbilder sind und sich zwischen ihren Diensten engagieren. Aber bei einer statistischen Schlagzahl von einem Kurs an jedem zweiten Tag, komme man bei der Besetzung doch manchmal in Bredouille, so Frauenreuther. Zumal die Kurse sich nicht Statistik gemäß gleichmäßig über das ganze Jahr verteilten und die Tendenz zunehmend sei.

Die Qualität liegt Jens Sewohl besonders am Herzen.

Außerdem will der ASB zwingend verhindern, dass das hohe Niveau der Ausbildung leidet, denn dies ist ein ganz bedeutendes Hauptkriterium für die Samariter.

„Es ist das erste Mal in der Geschichte unseres Kreisverbandes, dass wir in diesem Bereich auf Hauptamtliche Verstärkung setzen müssen", erzählt Jens Sewohl. Ihm liegt nicht nur als Geschäftsführer des ASB-Kreisverbandes, sondern auch in seiner Funktion Landesausbildungsleiter für den ASB Niedersachsen und Mitglied der Niedersächsischen Arbeitsgemeinschaft für Erste Hilfe, die Qualität der Ausbildungen und ihre stetige Verbesserung am Herzen. So hat er die Ausbildungsabteilung des Kreisverbandes seinerzeit selbst aufgebaut. Viele der aktuell im Kreisverband tätigen Lehrkräfte wurden von ihm dazu qualifiziert und auch heute engagiert sich der 38jährige und dreifache Familienvater noch in diesem Bereich und bildet für das Bildungswerk des ASB-Bundesverbandes aus – wenn es die Zeit erlaubt.

Der Fachbereich der Erste Hilfe und Notfallausbildung des ASB-Kreisverbandes wurde von ihm 2011 in das Qualitätsmanagement integriert, im gleichen Jahr von einer unabhängigen Zertifizierungsgesellschaft zertifiziert und erst kürzlich, Anfang 2017, nach der neuen DIN EN ISO 9001:2015 erfolgreich rezertifiziert.

Hochmotiviert für die neue Aufgabe.

Auf Bea Lustfeld kommen damit eine Menge Arbeit und hohe Erwartungen zu. Neben der Bürokratie, die in den letzten Jahren stark zugenommen hat, ist auch die Vor- und Nachbereitung der Kurse zum Beispiel im Rahmen der Desinfektion und Materialpflege erheblich umfangreicher geworden.  Außerdem soll sie die Abteilung in Zusammenarbeit mit den anderen Fachbereichen des Kreisverbandes noch weiter voranbringen und neue Ausbildungskonzepte für besondere Zielgruppen entwickeln. Darüber hinaus stehen für Bea Lustfeld Weiterqualifizierungen an. Die so genannten A1- Lehrberechtigung, die sie Anfang April abgeschlossen hat und mit der sie die Erste-Hilfe-Grundausbildung und die Erste-Hilfe-Fortbildung durchführen darf, ist erst der Anfang. Wünschenswert sei vor allem die Ermächtigung als Ausbilderin für die Erste Hilfe bei Kindernotfällen, da diese noch ausbaufähig sei, erklärt Sewohl.

Das alles schreckt die Mutter von zwei kleinen Kindern (5, 1) aber nicht ab. „Ich freue mich auf die neue Aufgabe und bin hochmotiviert", erzählt Bea Lustfeld, die sich schon immer viel engagiert hat. Auch aktuell ist sie nebenberuflich stellvertretende Kinderfeuerwehrwartin und in der Schnell-Einsatz-Gruppe des ASB aktiv. Bei der Frage, wie sie das alles schaffe, lächelt sie: „Das ist eine Frage der Organisation."

Patrick Frauenreuther bleibt aktiv.

Patrick Frauenreuther ist mit der hauptamtlichen Besetzung allerdings keinesfalls abberufen. Er wird die Administration im Hintergrund mit weiterführen und auch noch den einen oder anderen Kurs leiten.