Manchmal kommt es ganz dicke: Zugunglück und Hauseinsturz an einem Wochenende

Wenn im Landkreis Nienburg die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk und die Schnell-Einsatz-Gruppe vom Arbeiter-Samariter-Bund gemeinsam ausrücken, gibt es meist einen Großeinsatz mit vielen Verletzten oder Betroffenen. So auch am zweiten Oktoberwochenende: Ein Bahnunglück mit einem umgestürzten Wagon und 8 Betroffenen Personen. Nur einen Tag später ein eingestürztes Gebäude mit 6 Verschütteten.

Das waren ereignisreiche Tage mit viel Anstrengung für die Einsatzkräfte der drei Einheiten aus Langedamm, Nienburg und Rehburg-Loccum. Aber auch mit viel Spaß und Geselligkeit: Denn glücklicherweise handelte es sich bei diesen beiden Schauplätzen um die Szenarien einer gemeinsamen Wochenendübung.

Zu Gast beim THW in Barme und Hoya

Bereits am Freitagnachmittag waren die Einheiten mit insgesamt 30 ehrenamtlichen Helfern nach Dörverden auf den Wasserübungsplatz des THW abgerückt. Geplant wurde das Wochenende in diesem Jahr federführend von Olaf Eickmann von der Feuerwehr Langendamm, der auch die Übungen ausgearbeitet und vorbereitet hatte.

Und so ging es schon in den Abendstunden des Freitags in den Einsatz zum Zugunglück. Dafür boten sich auf dem Grundstück der nahegelegenen THW-Bundesschule in Hoya optimale Bedingungen. Hier gibt es eine Gleisanlage mit einem stehenden sowie einem umgestürzten Reisezuwagen der DB AG.

Bei Dunkelheit und Regen gestaltete sich die „Rettung" der Verletztendarsteller aus dem liegenden Wagon gar nicht so einfach, wurde aber von den Helfern gut gemeistert.

Am Samstag galt es dann bei trüber Helligkeit und ebenso viel Regen am gleichen Ort Verschüttete zu retten. Durch das unterirdische Tunnelsystem, dass das THW auf dem Übungsgelände gebaut hat, konnte auch dieses Szenario sehr realistisch dargestellt und abgearbeitet werden.

Übungsleitung war zufrieden

„Letztlich waren wir wieder sehr zufrieden mit der gemeinsamen Gesamtleistung aller Einsatzkräfte", zog Olaf Eickmann das Fazit. Sicherlich gäbe es an der einen oder anderen Stelle immer Verbesserungsbedarf, dass sei hier aber definitiv Feinschliff, so Eickmann.

Patrick Frauenreuther, Leiter der ASB-SEG betonte: „Bei beiden Übungen wurde wieder besonders deutlich, dass jede Organisation andere Möglichkeiten hat und durch die Kombination und eine gute Zusammenarbeit und Absprache ein unschlagbares Gesamtteam für den Notfall entsteht."

Wochenendübung sind Tradition

Wochenendübungen haben bei den Rettungsorganisationen im Landkreis Nienburg schon eine längere Tradition und werden regelmäßig veranstaltet; die erste dieser Art fand 2004 statt. Das am weitesten entfernte Übungsgelände war 2006 „Fighting City", Übungsgelände der Polizeischule mitten in Berlin.

Wenn man sich kennt, ist die Zusammenarbeit einfacher

„Die Wochenendübungen dienen dazu, die organisationsübergreifende Zusammenarbeit zu trainieren und den Helfern zu ermöglichen mal über den Tellerrand der eigenen Einheit zu sehen", erklärte Martin Gerdes, Zugführer des THW. Das fördere das gegenseitige Verständnis. „Genauso wichtig ist bei den gemeinsamen Wochenenden aber auch das, was wir unter „Kameradschaftspflege" verstehen", ergänzt Patrick Frauenreuther. Der ASB war seinerzeit Initiator für die Wochenendübungen. „Im Einsatz lässt es sich viel besser zusammenarbeiten, wenn man sich gegenseitig gut kennt", so Frauenreuther.