Schnell-Einsatz-Gruppe übte Altenheim-Evakuierung

Bei einer großen Katastrophenschutzübung des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Niedersachsen waren am vergangenen Samstag rund 150 Samariter aus dem ganzen Land, zwei örtliche Feuerwehren, sowie fast 80 Verletztendarsteller im Einsatz. Darunter auch eine Abordnung der Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) des ASB aus Rehburg.

Es gab zwei parallel zu bearbeitende Szenarien, die diesmal – anders als bei der letzten Großübung 2014 – eng an der Realität orientiert waren. Randale, Bengalfeuer und Panik im Barsinghäuser Fußballstadion sowie ein Brand in einem Gehrdener Seniorenheim (Region Hannover).

Rehburger Einsatzkräfte evakuierten AWO-Seniorenresidenz Gehrden

Mit ihrem Einsatzleitwagen, dem Material und Personal für einen Behandlungsplatz erhielten die Rehburger, unterstützt von anderen ASB-Einheiten und gemeinsam mit der örtlichen Feuerwehr, den Auftrag zur Teil-Evakuierung der AWO-Seniorenresidenz Gehrden. Eine verbotenerweise brennende Kerze auf dem Geburtstagskuchen einer Bewohnerin sollte hier einen Brand ausgelöst haben.

Planungs-Details waren „vertraulich"

Als der Feueralarm losging hielten die Mitarbeiter und auch die Feuerwehr dies für einen Ernstfall. Das hatten die Übungsleitungen sich so gewünscht und mit den Feuerwehr-Leitungen abgesprochen. Nur die Einrichtungsleitungen und der Haustechniker wussten Bescheid. Dieser produzierte mit dem stellvertretenden Stadtbrandmeister im Verborgenen täuschend echt wirkenden Qualm.

Wenige Minuten nach der Alarmierung trafen die Kräfte um kurz nach 10 Uhr in Gehrden ein, evakuierten und betreuten unter Hochdruck. Eben ganz wie im Ernstfall, wenn die gut ausgebildeten Ehrenamtlichen bei Großschadensereignissen den Regelrettungsdienst unterstützen.

Zielgerichtet und schnell wurden die rund 20 Darsteller aus der Eingangshalle des Seniorenwohnheims nach Draußen geführt und ein Behandlungsplatz für die Versorgung eingerichtet.

Übungsleitung und Landesfachdienstleiter zufrieden

„Die Einsatzkräfte waren heute außergewöhnlich schnell", lobte Übungsleiterin Julia Mehlau vom ASB-Kreisverband Hannover-Land/Schaumburg und bezog sich dabei auf beide Szenarien. Die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Einheiten klappte offenbar wie am Schnürchen.

Ebenso zufrieden zeigte sich auch der Landesfachdienstleiter für Katastrophenschutz, SEG und Auslandshilfe Harald Kreft. „Wenn wir jetzt Kritik üben, wäre das Meckern auf sehr hohem Niveau", sagte er beim abschließenden gemeinsamen Grillen auf dem Gelände des ASB-Kreisverbandes Hannover-Land/Schaumburg in Barsinghausen.

Auswertung soll Verbesserungspotentiale erkennbar machen

Eine systematische Auswertung findet im Nachgang dennoch statt, damit erkannt wird, wo manche Abläufe noch optimiert werden können. Denn bei diesen Übungen ist es geradezu erwünscht, dass nicht alles perfekt läuft, um Verbesserungspotentiale zu erkennen und für den Ernstfall bestens gerüstet zu sein.