Auch im Herbst an Zecken denken.

Mit dem Herbstanfang beginnt die Hochsaison für Bastelfreunde und Pilzsammler, die in Wald und Flur ihre Schätze sammeln. Aber auch Gärtner und Spaziergänger zieht es - vor allem an schöneren Tagen - nach draußen, um Sträucher und Büsche zu beschneiden oder die Natur zu genießen. Dabei ist zu bedenken, dass auch im Herbst noch Zecken aktiv sein können und daher Vorsorge und Aufmerksamkeit nach wie vor geboten sind.

Zecken sind auch im Herbst aktiv.

Die meisten Zeckenwarnungen hört man im Frühjahr und im Sommer, wenn die Spinnentiere aus dem Winterschlaf erwachen und Hochsaison haben. Solange es jedoch noch nicht richtig kalt ist, sind die Zecken auch im Herbst, zum Teil bis in den November hinein, aktiv. Sie lieben feucht warmes Wetter mit milden bis warmen Temperaturen und lauern dann in Gräsern und Gebüschen auf einen neuen Wirt.

Gefürchtet sind sie vor allem, weil sie bestimmte Viren oder Bakterien übertragen können, die verschiedene Krankheiten auslösen. „Trotzdem besteht kein Grund für Angst", betont unsere ASB-Verbandsärztin Sylvia Finkelmann. Einerseits gäbe es relativ einfache wie wirkungsvolle Maßnahmen, um einem Zeckenstich vorzubeugen. Zum anderen sei es nach wie vor der weitaus kleinere Anteil der Zecken, die tatsächlich die Erreger übertragen, so Finkelmann weiter.

Mit wirksamer Vorbeugung zum Spielverderber werden

Zu den Präventionsmaßnahmen gehören vor allem lange Kleidung und ein geschlossenes Schuhwerk. Zusätzlich kann man die Socken über die Hose stülpen, um es den Zecken schwerer zu machen und ein Abwehrspray einsetzen. Helle Kleidung erleichtert das Auffinden einer Zecke. „Nach dem Aufenthalt in der Natur ist es dann wichtig den Körper und die Kleidung abzusuchen", weiß die Mutter von drei Jungs, die allesamt im Waldkindergarten betreut werden oder wurden. Zecken können nämlich in der Wohnung und unter Umständen sogar einen Waschgang in der Maschine überleben.

Keine Panik bei Zeckenstich - Die Entfernung ist kein Hexenwerk

Aber auch wenn sich mal ein Blutsauger festbeißt muss niemand in Panik ausbrechen.  „Das Wichtigste ist, dass das Tierchen möglichst schnell entfernt wird", erklärt sie. Mittlerweile ist bekannt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung innerhalb der ersten 24 Stunden relativ gering ist. Daher ist es sinnvoller die Zecke sobald wie möglich selbst zu entfernen, als auf jemanden zu warten, der es mutmaßlich besser kann. „Wenn man mit etwas Fingerspitzengefühl an die Sache herangeht, klappt das Ziehen in den meisten Fällen auch ganz gut", so Sylvia Finkelmann

Zum Zecken-Ziehen gibt es verschiedene, geeignete Werkzeuge: Von der Pinzette bis zur Zeckenschlinge. „Welches Hilfsmittel bevorzugt wird ist zum Teil Geschmacksfrage und hängt davon ab, wie gut zugänglich die Stichstelle ist", erzählt die Ärztin.

Praktische ASB-Zeckenkarte zum Selbstkostenpreis erhältlich

Wir haben uns im Rahmen der Ersten Hilfe entschieden, (angehenden) Ersthelfern und allen Interessierten zukünftig Zeckenkarten anzubieten. Diese sind gerade für unterwegs sehr praktisch, da sie in jede Brieftasche passen. Zudem verfügt die ASB-Zeckenkarte über eine integrierte Lupe, um die Stichstelle genauer betrachten zu können. Ein entscheidender Vorteil, den wir in der Zeckenkarte sehen ist, dass hier nicht die Gefahr besteht, dass der Zeckenkörper zerquetscht und damit die Übertragung gefährlicher Krankheitserreger begünstigt wird. Darüber hinaus können sie bei Mensch und Tier eingesetzt werden.

„Uns ist bewusst, dass die Karte für schwer zugängliche Stellen eher ungeeignet ist", betont Sylvia Finkelmann. Allerdings sei dies in erster Linie ein Erste-Hilfe-Werkzeug, dass gut mitzuführen und schnell zur Hand sein soll. Zecken an „ungünstigen" Stellen würden ohnehin zumeist erst beim Duschen oder Umkleiden entdeckt, wo dann Pinzetten oder ähnliches zur Verfügung stehen.

Nicht jeder Zeckenstich muss zum Arzt

Es muss also nicht jeder Zeckenstich zwingend zum Arzt. Anders sieht es aus, wenn ein größerer Teil der Zecke in der Haut verbleibt, sich die Stichstelle entzündet, die Zecke beim Entfernen zerquetscht wurde, grippeähnliche Symptome oder eine ringförmige Rötung um die Stichstelle auftreten oder Patienten mit geschwächtem Immunsystem betroffen sind. Jetzt empfiehlt sich ein Besuch beim Hausarzt. Da manche Symptome aber auch noch nach Tagen oder Woche auftreten können, sollte die Stichstelle in jedem Fall über einen längeren Zeitraum beobachtet werden.